Was ist Boreout?

Im Jahr 2007 wurde der Begriff  Boreout (“Ausgelangweilt-Sein”), durch das Buch ”Diagnose Boreout – Warum Unterforderung im Job krank macht.” von Rothlin & Werder bekannt.

Ein Phänomen, dem im Unterschied zum Burnout kaum Beachtung geschenkt wurde.

Boreout ist der Zustand, aufgrund ungenügender Auslastung (im Berufsleben) und/oder Monotonie unterfordert zu sein.

Boreout beschreibt eine komplexe Erscheinung, aus drei Elementen:

  1. Unterforderung

  2. Desinteresse

  3. Langeweile

Diese drei Kernaussagen stehen nicht jede für sich, sondern befinden sich in Interaktion miteinander.

Wie verhält sich Boreout zu Burnout?

Ein gravierender Unterschied zwischen einem Burnout und einem Boreout liegt an der Haltung in der Gesellschaft:
Auf ein Burnout kannst du stolz sein – es steht für einen maximalen Einsatz. Das was eben in einer leistungsbezogenen Gesellschaft zählt. Ein Boreout ist eher ein Zeichen von Unfähigkeit – der Mensch wird als faul oder unfähig betrachtet.

Es sei klar gesagt, dass Boreout nichts mit Faulheit zu tun hat.

Boreout Betroffene sind häufig kritikfähige, leistungsstarke Menschen, die andere motivieren und begeistern wollen und sich selbst Erfolgserlebnisse wünschen.Im Gegensatz zum Burnout-Syndrom entsteht ein Boreout durch “unterforderungsbedingten Stress”.

Der Unterforderte versucht weiter Arbeit abzuschieben (Boerout-Strategie), während der Überforderte die Arbeit an sich reißt.

Rothlin und Werder, beschreiben Burnout und Boreout als zwei Verwandte, wie Yin und Yang, die in einer Beziehung betrachtet werden müssen. Speziell was die Folgen betrifft, gibt es nämlich viele Gemeinsamkeiten.

Durch ständige Fehlbelastung (egal ob über- oder unterfordert ) geht in der Regel das hedonistische Gefühl des absoluten Aufgehens in einer Tätigkeit (Flow) verloren.

Boreout erkennen, Symptome und Folgen ähnlich wie beim Burnout

Verspannungen, Kopf- und Magenschmerzen.

Lustlosigkeit,  Antriebslosigkeit und Motivationsverlust.

Introvertiertes Verhalten – wenig / keine Kommunikation mehr.

Pessimismus, Distanz zu anderen Menschen und zu Arbeitsthemen.

Gleichzeitig schwindet dabei die Identifikation mit dem Unternehmen.

Betroffene flüchten oft in eine Sucht, wie Alkohol, Betäubungsmittel, Essstörungen.

Sehr große Erschöpfung, die Leistungsfähigkeit bricht dabei zusammen.

Gesteigertes Aggressionspotenzial

Unkontrollierte Gefühlsausbrüche

Teilweise kein rationales und reflektiertes Handeln

Schlafstörungen, Tinnitus,  Ängste, Depressionen

Boreout kann so gut wie jeden betreffen, ob jung oder alt, auf der Arbeit oder in der Freizeit:

Überall kann dieser Zustand entstehen, unterfordert und somit antriebslos und unglücklich zu sein. Boreout betrifft nicht nur Menschen, die in Ihrem Job unterfordert sind!

Es können genauso gut Kinder und Jugendliche in Schule und Ausbildung oder Studierende in der Universität an dauerhafter Unterforderung leiden.

Neurowissenschaftler haben belegt, dass Langeweile gerade für Kinder und Jugendliche  essentiell für ihre Entwicklungen ist.

In der Langeweile sind wir dazu angehalten, uns mit uns selbst zu beschäftigen. Wir können experimentieren, kreativ sein und herausfinden, wer wir sind und was wir wollen. Im bestmöglichen Fall, wird sie aus eigenem Antrieb heraus überwunden.

Doch genau das gelingt bei einem Boreout nicht mehr.

Hier ist es sehr wichtig zu unterscheiden, ob es eine fremdbestimmte Langeweile ist, in der ich so tun muss, als hätte ich was zu tun und deshalb auch keine Zeit habe mich mit mir auseinanderzusetzen. In diesem Moment entsteht eine Leere, denn diese Art von Langeweile ist schlichtweg erdrückend.

Hast Du Fragen zum Thema Boreout, oder bist vielleicht sogar selbst Betroffen?

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